Das Rehwild
Quelle: Wikipedia
Das Reh (Capreolus capreolus), zur Unterscheidung vom Sibirischen Reh auch Europäisches Reh genannt, ist in Mitteleuropa der häufigste Vertreter der Hirsche. Das Reh unterliegt dem Jagdrecht und wird dort dem Schalenwild zugeordnet.
Merkmale
Ausgewachsene Rehe erreichen eine Kopfrumpflänge von 100-140 cm und eine Schulterhöhe von 60-90 cm. Männliche Tiere haben ein Durchschnittsgewicht von 20 bis 30 kg, weibliche wiegen 10 bis 15 % weniger. In Gebieten mit besonders guten Äsungsverhältnissen und geringer Beunruhigung werden auch höhere Gewichte erreicht.
Männliche Tiere tragen ein Geweih (auch Gehörn genannt), das sie in der Zeit von Oktober bis November abwerfen. Die Neubildung folgt unmittelbar. Das neue Geweih wächst unter einer schützenden und nährenden Basthaut. Diese wird zum Abschluss der jährlichen Geweihbildung im Mai durch Fegen an Büschen und jungen Bäumen entfernt. Die Gehörne bestehen aus zwei Stangen von denen jede als einfacher Spieß ausgebildet sein kann oder zwei bis drei Sprossen aufweisen kann. Das Geweihgewicht ist mit 200 Gramm gering im Vergleich zu anderen Hirschen. Das Fell ist im Sommer kräftig rotbraun, im Winter graubraun oder dunkelbraun. Im Norden Deutschlands zwischen Rhein und Elbe kommen regelmäßig schwarze Rehe vor.
Verbreitung
Das Europäische Reh kommt in fast ganz Europa und Kleinasien vor. Es fehlt in Europa auf den Inseln Irland, Korsika und Sardinien sowie nördlich des Polarkreises.
Rehe leben überall dort, wo sie Deckung (Wald, Gebüsch, Getreideschläge, Wiesen mit hohem Gras) finden und sind sonnenhungrig. Als so genannte Kulturfolger passen sie sich sehr gut an Beunruhigungen jeglicher Art an. So ist es beispielsweise nicht ungewöhnlich, selbst über Tag an viel befahrenen Straßen Rehe zu beobachten.
Lebensweise
Im Winter vereinigen sich Rehe zu Familienverbänden (in der Jägersprache Sprünge genannt). Territorialität ist nur bei Böcken bekannt, und dies auch nur dann, wenn sie das männliche Sexualhormon Testosteron dazu veranlasst, wie z.B. vor der Brunft bis Mitte Mai, wenn die Einstände als Reviere neu bezogen und auch verteidigt werden, und während der Brunft (Blattzeit). Beim Markieren ihrer Reviere verwenden sie Duftdrüsen an Haupt und Läufen und auch Urin. Außerhalb dieser Zeiten leben insbesondere ältere Böcke einzelgängerisch und verteidigen ihr Revier nicht, sind jedoch relativ standorttreu.
Die Paarungszeit (Brunft, Blattzeit) findet in unseren Breiten Ende Juli bis Anfang August statt. Bei Rehen gibt es die so genannte Keimruhe. Das befruchtete Ei entwickelt sich erst ab Dezember und führt zur Geburt der Kitze im Mai des folgenden Jahres. Das weibliche Reh (Ricke) setzt ein bis zwei, selten drei Kitze, die durch drei Längsreihen weißer Flecken gekennzeichnet sind.
Rehe werden im Alter von eineinhalb Jahren geschlechtsreif. Ihre Lebensspanne umfasst in der Wildnis zehn bis zwölf, in Gefangenschaft bis zu siebzehn Jahre.
Jagd
Seit der Ausrottung großer Raubtiere (Wolf, Luchs) in weiten Teilen Europas haben die erwachsenen Tiere dort keine natürlichen Fressfeinde. Trotz erheblicher Jagdstrecken wächst der Rehwildbestand in den letzten Jahrzehnten. Während in den 1970er Jahren die Zahl der erlegten Tiere in Deutschland noch zwischen 600.000 bis 700.000 Stück lag, werden in den letzten Jahren jeweils mehr als 1.000.000 Rehe erlegt.
Rehe werden in allen europäischen Ländern gejagt. Das ist unumgänglich, weil ein zu hoher Rehwildbestand zu einem übermäßigen Verbiss der natürlichen Waldverjüngung führt.
Die männlichen Tiere nennt man in der Jägersprache Böcke, die weiblichen Ricken (in Österreich und der Schweiz auch Geißen bzw. schweizerisch Geissen); die jungen, bis einjährigen Rehe nennt man geschlechtsunabhängig Kitze. Das einjährige weibliche Reh, das noch kein Kitz geboren hat, wird Schmalreh genannt. Das einjährige männliche Reh wird Jahrling, oder, je nach Ausbildung des ersten Geweihs, Knöpfler oder Spießer genannt. Ein junger Rehbock, dessen Gehörnanlage eine gute Entwicklung prognostiziert, wird auch als Zukunftsbock bezeichnet.Der weisse Fleck am Hinterteil des Rehs wird in der Jägersprache Spiegel genannt. Die moderne Jagd orientiert sich verstärkt an der dem jeweiligen Biotop entsprechend richtig erscheinenden Zahl der vorkommenden Rehe und berücksichtigt dabei vor allem die Nahrungskonkurrenz der Tiere. Dabei soll die Trophäenjagd zugunsten einer ausgeglichenen Alters- und Geschlechterverteilung in den Hintergrund treten.
Evolution
Als vermutlicher Vorgänger des Rehs wurde die Gattung Procapreolus ausgemacht, die im Miozän vor etwa 10 Millionen Jahren lebte. Das Europäische Reh als Art existiert seit etwa drei Millionen Jahren.
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